Über Kürbisse und Menschen, die zur Mode werden. Oder: Der Herbst ist da!

Liebe Freunde des guten und schlechten Geschmacks:

Der Herbst hält wieder Einzug in die deutschen Wälder und spießbürgerlichen Vorgärten unserer turbulenten Kultur(en). Und wer wüsste das besser, als all jene, die tagtäglich den Gehweg vom lästigen Laub befreien, die lieben Mütter, die ihre eingesauten Kinder aus den Tageseinrichtungen abholen und unsere lieben Mitmenschen, aus dem Einzelhandel: Herbstzeit ist Kürbiszeit! In Windeseile verbreitete sich die Nachricht vom Herbstbeginn wie ein Lauffeuer in allen Läden. Und all jene, die noch ganz schlaftrunken vom Sommerschlaf sind, werden sich die Augen reiben und staunen, wie schön bunt unsere graue Welt geworden ist.

Jetzt werden wieder die dicken Daunenkjacken aus den Schränken ins grelle Licht des Tages gezerrt und das Konto ausgereizt, weil die Pullover aus dem Vorjahr leider nicht mehr ganz en vogue sind. Aber macht euch darüber dieses Jahr keine Gedanken, liebe Freunde der rauen Jahreszeit! Die diesjährige Fashionweek hat tatsächlich mit einer echten Sensation geschockt. Schmeißt eure Kleider in den Müll, verehrte Mitmenschen, denn ich präsentiere euch den allerneuesten Schrei, den ihr keinesfalls verpassen dürft:

Menschen tragen in dieser Saison Menschen. Wie genau das aussieht, das seht ihr hier:

Rick Owens SS 2016 (1)

Das könnt ihr ganz leicht Zuhause nachmachen, so lange ihr kein Soziophobiker seid und ein bisschen Übung in der Haltung wäre auch von Vorteil. Also, einfach einen schicken Mitmenschen schnappen, umbinden und los geht’s zur nächsten Kürbisausstellung. Wer jetzt denkt… Kürbisausstellung, klingt ja langweilig, der sollte sich auf jeden Fall einen Samstag frei halten und sich selbst davon überzeugen. Denn es kann ungemein romantisch sein, die verschiedenen Größen und Farben, Formen und Gattungen zu bewundern. Sorgen, dass ihr euren Partner in diesem Gewusel verlieren könntet, braucht ihr euch keine machen, den habt ihr schließlich umgebunden. Könnte allerdings beim gemeinsamen Genießen eines heißen Kakaos ein bisschen in die Hose gehen, aber kein Trend ist frei von Nebenwirkungen. Wer schön sein will, muss leiden!

Für alle Kürbisfreunde da draußen gibt es derzeit viele gute Nachrichten, zum Beispiel preisen viele diverse Frauenzeitschriften den Kürbis mit „Fit und schlank in den Herbst“ an. Den Kürbis gibt es wahrhaftig in vielen zahlreichen Varianten, die die Herzen höher schlagen lassen. Unsere amerikanischen Freunde gehen dabei sogar noch einen Schritt weiter: Pizza, Kaffee, Süßigkeiten und Zigaretten mit Kürbisgeschmack und Kürbis mit Schinkengeschmack, für alle, die keinen Kürbis mögen. Sogar Kondome sind in der herbstlichen Farbe orange erhältlich und schmecken nach was wohl? Orange. Nein, Spaß, sie schmecken nach Kürbis, was dachtet ihr denn? Der Herbst steht also ganz in Zeichen des Kürbis. Ich persönlich mag dieses Gemüse sehr gerne und kann es auch kaum abwarten, bis CETA und TTIP hierzulande voll durchgesetzt wird. Denn amerikanisch werden hat auch Vorteile, wohl gemerkt. Breite Gänge beim Einkaufen, die nicht mehr ganz so breit sind, wenn die Fettleibigkeit die Depression endlich als Volkskrankheit Nummer 1 abgelöst hat. Aber bis dahin hat man unendlich viel Platz, was wahre Freude beim Einkaufen schafft. Aber wir machen den Amerikanern ganz schöne Konkurrenz: Die Europäer werden immer fetter, an der Spitze natürlich die Deutschen, die nun aber dank dem Kürbis endlich wieder fit und schlank in den Herbst durchstarten können. Also, das Kürbisbier einfach mal stehen lassen und raus in die Natur! Wer dafür keine Motivation hat, der kann sich einen Hund anschaffen, empfiehlt die Apothekenumschau. Gerne auch ein älteres Model, die sind nicht so verspielt und bestens geeignet für die heimlichen Faulpelze unter uns.

A propos Pelz: Auch hier gibt es gute Neuigkeiten. Wer es gerne kuschelig warm, moralisch verwerflich und bitterböse Blicke mag, der greift zum guten alten Pelz. Todschick für den Träger, todbringend für das Tier. Aber nur Mut, Pelz ist wieder voll angesagt und ethisch dieses Jahr absolut vertretbar, sofern man sich das Tier einfach lebendig umhängt. Habe ich ausprobiert mit meiner Katze, so richtig gewöhnen kann ich mich daran nicht und mein schmerzverzerrter Blick macht das ganze leider auch nicht stylischer.

Fit und schlank in den Herbst, damit man an Weihnachten mit dem fettigen Essen seiner Seele wieder etwas Gutes tun kann. Schade nur, dass die schlanke Figur im Herbst keiner sieht, es sei denn, man/frau schnallt sich ein schlankes Model um.

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